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"Der grössten Erfolg des Projektes Skené liegt wohl darin,
das die Freundschaft zwischen uns nie abgebrochen und bis heute 
erhalten geblieben ist."


D. Rigert / K. Kenanidis


Der Praktiker

Konstantinos Kenanidis
Konstantinos Kenanidis

Konstantinos Kenanidis (1962) ist seit Geburt gehbehindert. Als Kind an den Rollstuhl gebunden, wurde es ihm mit siebzehn Jahren unter Qualen ermöglicht, an Stöcken zu gehen.

Seine Motivation, mit Zelten zu experimentieren war die Gewissheit, das sich seine Fähigkeit zu gehen, langsam aber sicher zurückbilden wird, bis er wieder in den Rollstuhl gezwungen würde. Die damalige Prognose der Ärzte betreffend seiner Fähigkeit, wenn auch an Stöcken, zu gehen, betrug zehn Jahre.

Solcherart belastet, begann er seinerzeit ein Leben, das in erster Linie auf viel Unverständnis unter seinen Mitmenschen stiess, das ihn aber auch durch die unzähligen Wiedrigkeiten, die ihm während seiner vierzehnjäriger Zeit  des Experimentierens mit Zelten entgegen traten, auf den Füssen und wach im Geiste erhalten haben.

Konstantinos Kenanidis ist heute fünfundvierzig Jahre alt und geht (an Stöcken) immer noch auf seinen Füssen.

Mit fünfundzwanzig Jahren lernte er den Theoretiker kennen. In der damals entstandenen Freundschaft liegt der Grundstein des Projektes Skené.



Der Theoretiker

Daniel Rigert Projekt Skene
Daniel Rigert

Daniel Rigert (1959) lernte den Praktiker im Jahre 1987 kennen. Es entstand eine spontane Freundschaft und reges Interesse aneinander.

Daniel Rigert beobachtete die Experimente des Praktikers eher aus der Ferne, vertieft durch einige Besuche in den Zelten.
Die Situation änderte im Herbst 1990 nach dem das Sturtmtief "Vivian" mit seinen Verheerungen über die Schweiz hinweggezogen war.

Es war der Praktiker, der auf den Theoretriker zukam und ihm erklärte, das es ihm nicht möglich sei, jeden Sommer das jeweilige Zelt soweit zu reparieren, um den Winter überdauern zu können, da das Überwintern im Zelt einiges mehr als nur ein intaktes Zelt verlangt, ihm jeweils aber die Zeit fehlte, ein Zelt zu reparieren oder neu zu erarbeiten und gleichzeitig alle Vorbereitungen zur Überwinterung im Zelt  zu treffen. Zumal er durch seine Behinderung bedingt einiges langsamer vorwärts kommt als unsere Zeitgenossen und er jeweils gezwungen war, seine Zelte in abgelegenen, unwegsamen Gebieten der Schweiz zu stellen, da normalerweise weder Nachbarn noch Behörden Einsicht in die Notwendigkeit seines Tun zeigten.


Zusammenarbeit

Durch wiederkehrende Misserfolge mit traditionellen Zelttypen ernüchtert, klagte der Praktiker dem Theoretiker sein Leid. Dieser schlug vor, mittels des Know-How des Praktikers ein Zelt zu konstruieren, dass den Ansprüchen des Praktikers genügen würde.

Der Konsens zu einer neuen Form wurde eigentlich durch Überzeugungsarbeit seitens des Theoretikers erreicht, in dem er den Praktiker dazu überredete, dessen Lieblingsmaterial Bambus (für das Gstänge) für einmal zu lassen und mit Metall Vorlieb zu nehmen. Dieser nahm schweren Herzens einen vorläufigen Abschied von diesem warmen Material zugunsten einer Form, die in dieser Flexibilität und Stabilität mit Bambus nicht zu realisieren war.

Der Abschied vom Bambus war temporär, da im Laufe der Entwicklung des Projektes Skené einerseits die Kosten für ein Zelt explodierten und andererseits das Produkt Skené  so viel Zeit in Anspruch nahm, das es dem Praktiker eindeutig zu lange dauerte.

Er versuchte sich weiter mit einfacheren Konstruktionen das Zeltleben zu erhalten und es gelang ihm letztentlich, ein Zelt zu bauen, in dem es möglich war, mitten im Winter abends in einem behaglich warmen Raum an einer offenen Feuerstelle ohne Rauch den Abend und die Nacht zu verbringen.

Das Projekt Skené wurde vom Theoretiker weitergeführt und zu dem ausgebaut, was in der Folge hier vorgestellt wird. Der Praktiker hat selber nie in einem dieser Skené-Zelte gelebt.

Konstantinos Kenanidis hat das ganze Wissen um das Verhalten eines Zeltes im Wind, Sonne, Regen und Schnee, das Wissen um Nähte, Oesen, Verankerungen, das Wissen um Wohnvolumen, offenes Feuer im Zelt, praktische Abläufe im Zeltalltag, Transport eines Zeltes etc. beigesteuert, unetwegt mit Einwänden und Einsichten das  Projekt begleitet und hat die Idee eines Skené-Gestänges aus Holzrohren bis zur Ausführung gebracht.

Daniel Rigert berechnete, plante und zeichnete die Zelte, führte alle Verhandlungen mit Herstellern, organisierte den Bau der Prototypen,  führte alle Tests mit dem Zelt durch, wohnte einen Winter mit seiner Familie im Zelt, stellte das Zelt der Schweizer Armee, dem Zivilschutz, den Organisationen wie dem Departement für ausswärtige Angelegenheiten, der Abteilung für humanitäre Hilfe, dem Schweizerischen Roten Kreuz, dem Internationalen Roten Kreuz etc. vor, brachte das Zelt in die Landesaustellung Expo 2001 ein usw.

Während der ganzen, lange Zeit ist der Kontakt und der Austausch zwischen dem Praktiker und dem Theoretiker trotz arger Belastung, vielen Querelen und schwierigen Zeiten nie abgebrochen, das Lachen über sich und die Situation immer erhalten geblieben.

 

 

Dank

Charles (Kari) Scherer

Es liegt in der Natur der Sache, das ein Projekt wie dieses hier vorgestellte nicht von einer oder zwei Personen alleine entwickelt wird.

Es ist unmöglich, hier alle beteiligten und involvierten Personen, Institutionen und Unternemen aufzulisten.

Allen, die uns durch Beratung oder Bereitstellung von Infrastrukturen, den Kauf von Prototypen, der Bereitstellung von kostenloser Arbeitskraft, der Schenkung von Material, der moralischen Unterstützung, der Vermittlung von Kontakten und vieles mehr, geholfen haben, dieses Projekt zu realisieren, sind wir zu tiefem Dank verpflichtet.

Einem Menschen, nennen wir ihn den Dritten im Bunde, wollen wir hier namentlich unseren Dank aussprechen. Es ist dies Karl Scherer, dipl Ing. EPFZ. Er stand uns in allen technischen, statischen und aerodynamischen Fragen jederzeit mit Berechnungen, Beratung und guter Laune zur Seite. Ohne ihn hätten wir nicht so unbeschwert volles Vertrauen in unsere Konstruktionen gefunden.


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