Auf der Suche nach Unterlagen zum Thema Zelt im Schnee stellte sich heraus, dass es zu diesem Thema praktisch keine Literatur gab. Einzig in den Unterlagen des Institutes für Leichtbau der Universität Stuttgard in den IL-Publikationen (IL 16) von Frei Otto ist ein Versuch aus dem Jahr 1954 abgebildet. Allerdings war dieses Zelt wesentlich grösser und müsste unter den hier aufgeführten Testbedingungen unweigerlich scheitern.
Also musste ich unsere Konstruktion im Auge behalten. Ob und wie sehr das Gestänge und die Plane belastet würden, konnte beim besten Willen nicht vorausgesagt werden.
Beim wöchentlichen Besuch des Zeltes erstellte ich jeweils eine Grabung an der Leeseite des Zeltes, um einen Querschnitt der am höchsten belasteten Stelle des Zeltes zu erhalten.
Anfangs waren die Schneemengen bescheiden.
Eine Schneedecke von 80 cm bedeutet keine Belastung des Zeltes. Auf der Leeseite bilden sich keine Ablagerungen. Trockener Schnee bleibt nicht an der Plane hängen, nasser Schnee 8-10 cm nur geringfügig.
Ab einer Schneedecke von 1,8m können sich leeseiteig Ablagerungen bilden. Je nach Windstärke mehr oder weniger. Ohne Wind wird das der obere Bereich des Zeltes mit 20-30 cm Schnee bedeckt. Bei mässigem Wind bilden sich leeseitig bis zu 70 cm dicke Ablagerungen. Bei Sturm wird der Schnee im oberen Bereich und leeseitig bis auf die Höhe der allgemeinen Schneedecke abgetragen.
Ab Schneedecken von 2,2 m und mehr bilden sich leeseitig mächtige Ablagerungen die im Giebelbereich ohne Weiteres 1 m oder mehr an Stärke erreichen können.