Der Nomadenofen findet man in mannigfaltiger Ausführung von Beginn der sahara bis in die Mongolei. Vom kleinsten Teekocher bis zu Kochöfen für Wäsche mit über hundert Liter Fassungsvermögen kann alles angetroffen werden.
Die Öfen werden in allen Formen aus Blech hergestellt, meistens aus irgendwelchen Fässern. Je nach Feuermaterial (Dung, Holz, Kohle, etc.) fallen sie mehr oder weniger massiv aus.
Im Funktionsprinzip sind sie jedoch alle gleich.
Kurz erklährt, Der Feuerraum wird möglichst klein gehalten, die Pfanne reicht tief in den Ofen hinein, die Rauchgase werden mittels einem spiralförmig um die Pfand geführtem Blech rund um die Pfanne geführt und durch ein Lüftungssystem mit heissem Sauerstoff angereichert, was zur Folge hat, dass die Rauchgase optimal verbrennen.
Es entsteht dadurch eine Flamme, die rings um die Pfanne bis in den Kamin reicht. So wird die Energie maximal genutzt. Es ensteht kein Rauch.
Der Feuerraum besteht aus einem stumpfen Kegel aus Blech (auf den Kopf gedreht)am Boden eines Blechfasses, der im unteren Drittel mit einem Gitterrost unterteilt wird. Die oberen zwei drittel des Kegels dienen als Feuerraum, der untere Drittel als Aschefang.
Der Kegel wird am oberen Rand ringsherum mit Löchern versehen, durch die Sauerstoff in den Feuerraum geführt wird.
Oberhalb dieses Kegels wird nun ein weiterer, im Durchmesser etwas kleinerer Blechzilinder, in das Fass eingebaut. Dieser Zilinder ist oben mit einem runden, Blech abgeschlossen, in dessen Zentrum ein Loch für die Pfanne freigehalten wird. An der Innenseite des Zilinders wird das spiralförmige Blech angebracht, das die Rauchgase um die Pfanne bis zum Kaminrohr führt. Das Blech ist so breit, dass die Pfanne, wenn sie eingeführt wird, genau noch hindurchpasst.
Derr Zilinder wird mit Löchern versehen, die der Sauerstoffzufuhr dienen.
Der Zilinder wird in den Ofen eingebaut. Dabei wird darauf geachtet, dass das Deckblech nicht auf den Rand des Fasses zu liegen kommt, sondern ein Abstand von ca. einem Zentimeter zum Fassrand gehalten wird. Dass führt dazu, dass hier Sauerstoff angesogen werden kann, der zwischen den beiden Blechen (Fass und Zylinder) aufgeheizt wird und durch die Löcher im Zilinder die Rauchgase mit Sauerstoff versorgt.
Die Pfanne selbst ist so tief, dass, wenn sie im Pfannenloch versenkt wird, sie genau so tief reicht wie der Zilinder. Sie schliesst den Feuerraum nach oben ab. oben wird sie mit einem auskragenden Rand versehen. Dieser verhindert, das die Pfanne durch das Pfannenloch hindurchfällt und dichtet gegen das Austreten von Rauchgasen ab.
Der Ofen und die Pfanne erhalten jeweils Henkel zum Transportieren, der Ofen seitlich, die Pfanne oben. Und natürlich ein Pfannendeckel.
Auf einem mittelgrossen nomadenofen kann auch vorzüglich im Zelt gegrillt werden. Es wird ein Gitter über das Pfannenloch gelegt und zuvor für eine entsprechende Glut im Ofen gesorgt und schon ist das Vergnügen perfekt. Es treten keine Rauchgase aus, da der lange Kamin für ausreichend Sog reicht um die rauchgasse auch bei offenem Pfannenloch abzuziehen.
Wenn nicht gekocht wird, kann winters das Pfannenloch mit Holz zum Heizen gefüllt werden.
Wenn der Ofen zu Heizzwecken benutzt wird, ist es sinnvoll, entsprechende Wandstärken (1mm/Fass , 2mm Kegel & Zilinder) zu wählen, ansonsten das Material frühzeitig durchglüht.
Der Ofen wird sehr heiss. Es kann durchaus sein, das der Bogen, der den Kamin mit dem Ofen verbindet, zu glühen beginnt.
Wenn nur gekocht wird, erreicht der Ofen keine so hohen Temparaturen.
Die Hitze, die der Ofen ausstrahlt wird im Winter genau in dieser Art gebraucht.
Es ist ausschliesslich Strahlungswärme oder Warmluft, die das Zelt zu heizen vermag. Speicherwärme, wie sie durch schamotierte Öfen entsteht, reicht in keiner Weise!
Durch die hohe Hitze, abwechselnd mit Kälte und hoher Luftfeuchtigkeit rostet der Ofen schnell. Damit muss gelebt werden.