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Offenes Feuer im Zelt

Es liegt auf der Hand, dass so viele Faktoren wie möglich vor Baubeginn eines Prototypen geklärt werden sollten.

Eines der Haubtanliegen war es, abzuklären,

- wie sich das Zelt im Wind verhält
- und ob der Rauch eines offenen Feuers im Zelt
  abziehen würde

Die Form des Zeltes erzeugt über dem Giebel eine Unterdruckzone. Dies wurde rechnerisch und in Versuchen im Wind- und Strömungskanal bestätigt.  Ansonsten sprach die Form eher gegen eine offene Feuerstelle im Zelt, da sie nicht die hohe Kegelform eines Tippis aufweist. Nun, in Jurten wird auch gefeuert. Die praktische Erfahrung fehlte, die Erwartung blieb.

Die Versuche im Windkanal waren nicht eindeutig, da die hohen Windgeschwindigkeiten ohne äusserst robustes Modell nicht auf einfache Weise zu simulieren waren.

Die im Strömungskanal gewonnen Einsichten machten Hoffnungen.

Spätestens während der Eins zu Eins Versuche im ersten Outdoor-Prototyp wurde klar, das dies ilusorisch war.

Bei schwachem oder keinem Wind verteilte sich der Rauch regelmässig im Zelt, wurde dichter und dichter, so dass innert kürzester Zeit auch der hartgesottenste, rauchgeeichte Zeitgenosse das Zelt rasch verliess.

Bei starkem Wind trat ein Effekt, wie im Strömungskanal beobachtet, zwar ein, doch bei weitem nicht stark genug, um die Rauchdichte im Zeltinnern auf erträglichem Mass zu halten.

Ein weiterer negativer Effekt machte sich bei kühler oder kalter Witterung bemerkbar. Der Rauch stieg auf, stiess im Giebelbereich an die Plane, kühlte rasch ab und zog im Zeltinnern entlang der Plane nach unten, um in der Mitte mit der Feuerwärme wieder aufzusteigen und den Kreislauf zu wiederholen.

Zu guter Letzt musste das Rauchloch während regnerischen Tagen mit einer "Kappe", dem "Segel", versehen werden. Diese erwies sich als absoluter Schwachpunkt. Die Stange, die das Segel hielt, vermochte die Windlast schon bei mässiger Brise nicht mehr zu halten und knickte regelmässig weg.

So wurde das Ziel, ein offenes Feuer im Zeltinnern zu betreiben, in allen Anfängen fallengelassen.


Die Unterdruckzohne leeseitig wird gut sichtbar.
Eine Staudruckzohne luvseitig wird am Sockel des Zeltes sichtbar
Die durch Unterdruck im Giebelbereich des Zeltes saugt die Luft im oben weg.
Rauchabzug bei schwachem Wind.
Das war erst der Anfang!
Das "Segel" auf dem Zelt.
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