Die Schneelast festzustellen, war ein Ding der Unmöglichkeit. Es kann nur mit Sicherheit gesagt werden: Sie war beträchtlich.
Die Schneehöhe zwischen dem Oberen und dem mittleren Horizontalgestänge konnte leeseitig mehr als 100 cm betragen.
Der Versuch, ob die Plane das Ggewicht hätte zu tragen vermocht, wenn das obere Horizontalgestänge entfernt worden wäre, wurde aus leicht verständlichen Gründen nicht unternommen.
Im unteren Bereich fühlt sich die Plane bei grossen Schneemengen an wie eine Wand. Faustschläge gegen die Plane konnten schmerzliche Erfahrungen mit sich bringen. Der Schnee an der Plane war beinhart.
Es konnte nie ganz eindeutig festgestellt werden, wie sich Schnee bei seinem Abbau verhält. Es gab Beobachtungen, die nahelegten, dass sich der Schnee während des Schmelzprozesses von seiner Oberfläche senkrecht zur Erde absenkt, dann wieder andere, die eher auf ein Verdunsten der Feuchtigkeit hinwiesen.
Zwei Effekte konnten beobachtet werden.
Zum Einen zog sich, während Phasen ohne Schneefall oder viel Sonnenschein, der Schnee von der Plane zurück, so dass ein zwischenraum zwischen der Plane und dem Schnee von bis zu 7 cm entstand. Mit anderen Worten, die Plane wurde durch diesen Effekt zeitweilig vollständig von der Schneelast befreit.
Zum Andern wurden die Ankerseile, die ausserhalb des Zeltes zur Sicherung vor starkem Wind angebracht waren, während der Phase des Tiefschnees bis zu ca. 20 cm gestreckt. Dies obwohl dies ganz neue, statische 12mm Seile waren, die auf eine Belastung bis zu 2500 kg geeicht sind !!!
Dem Umstand, dass sich stabile Seile innert vier Monaten solchermassen strecken, ist insbesondere dann Rechnung zu tragen, wenn die Konstruktion unbeaufsichtigt steht. Schneeschmelze und Frühjahresstürme treffen oft zusammen. Wenn nun die Schneedecke stark schmilzt, werden die Ankerseile durch die Streckung durch Schneelast bedingt, lose durchhängen. Sollte das Zelt in solchem Zustande von einem Sturm überrascht werden, ist die Konstruktion verloren.